Kunst der
Spätgotik
Ulm zählte im Spätmittelalter zu den führenden Kunstmetropolen in Süddeutschland. Besonders der Bau des Ulmer Münsters bot hier vielen Künstlern eine Existenzgrundlage. Der gute Ruf der Ulmer Bildhauer und Maler drang weit über die Grenzen der Stadt hinaus, es entwickelte sich ein lebhaftes Exportgeschäft bis nach Südtirol und Graubünden.
Trotz der Verluste durch Bildersturm und Kriegswirren sind die erhaltenen Werke der Ulmer Kunst, die heute den Kern der Mittelalter-Sammlung bilden, beredte Zeugnisse einer einst glanzvollen Epoche. Der überragende Bildhauer Hans Multscher setzte einen Meilenstein in der süddeutschen Kunst des 15. Jahrhunderts. Er gründete eine Tradition der Bildhauerei, die in Ulm bis ins frühe 16. Jahrhundert reichte.
Werke von Jörg Syrlin d.Ä., Michel und Gregor Erhart, Niklaus Weckmann und Daniel Mauch belegen die hochstehende Werkstattkultur. Seit den 1470/80er Jahren erlebte die Tafelmalerei einen ähnlichen Aufschwung. Bedeutende Exponenten der "Ulmer Schule" waren Bartholomäus Zeitblom, Jörg Stocker, Ludwig Schongauer und Martin Schaffner, deren Bilder man im Museum ausgiebig studieren kann.
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